Lehrkräftefortbildung

Lehrkräftefortbildung

Aufwachsen in der digitalisierten Welt

Referentin: Univ.-Prof.in Dr.in Heike M. Buhl, Universität Paderborn
Datum und Uhrzeit: Freitag, den 22. Mai 2019, 11:00 – 12.30 Uhr
Ort: Paris Lodron Universität Salzburg, Naturwissenschaftliche Fakultät, Hellbrunnerstraße 34, A-5020 Salzburg
Raum: wird noch bekannt gegeben

Digitale Medien sind für Jugendliche Fluch und Segen zugleich. Gerade die sozialen Medien wie Facebook oder Instagram, aber auch Computerspiele erlauben es Jugendlichen, Entwicklungsaufgaben zu bearbeiten. Sie erleichtern den Aufbau sozialer Beziehungen oder die Auseinandersetzung mit der eigenen Identität. Andererseits fühlen sich Jugendliche aber durch die ständige Erreichbarkeit, Befürchtungen einer eigenen Internetsucht und Risiken des Internets, z.B. im Bereich der Datensicherheit, belastet und sehen neue Herausforderungen auf sich zukommen.

Im Workshop werden vor dem Hintergrund entwicklungspsychologischer Konzeptionen zum Jugendalter empirische Befunde dazu vorgestellt und diskutiert. Direkt umsetzbar in den Psychologie-Unterricht werden auf dieser Grundlage Zeiterhebungsdokumentationen vorgeschlagen, die auch für kleine eigene Untersuchungen von Schüler_innen genutzt werden können.



Gewalt in der Schule wirksam begegnen: Einblick in die Theorie und Praxis von Präventions- und Interventionsmaßnahmen

Referentin: Dr.in Eva-Maria Schiller, Universität Münster
Datum und Uhrzeit: Samstag, den 23. Mai 2019, 9:00 – 10:30 Uhr
Ort: Paris Lodron Universität Salzburg, Naturwissenschaftliche Fakultät, Hellbrunnerstraße 34, A-5020 Salzburg
Raum: wird noch bekannt gegeben

Schulen sehen sich heutzutage mit vielfältigen Formen von Gewalt konfrontiert. Darunter fallen aggressiv ausgetragene Konflikte, Mobbing, Cybermobbing, sexuelle Übergriffe unter Schüler_innen, Angriffe auf Lehrkräfte und Sachbeschädigung. Insbesondere Mobbing (bzw. bullying) stellt ein häufig auftretendes Phänomen an Schulen dar (vgl. Richardson & Hiu, 2016). Von Mobbing spricht man dann, wenn jemand über einen längeren Zeitraum, wiederholt und absichtlich mit agressiven Mitteln von jemand anderen geschädigt wird und sich nicht dagegen wehren kann (Olweus, 1978). Mobbing kann dabei über verschiedene Wege erfolgen, wie z.B. körperlich oder verbal aggressives Verhalten, über sozialen Ausschluss oder über das Zerstören von Beziehungen. Damit kann Mobbing zu langfristigen, ernsten Folgen führen – sowohl auf Seiten der Opfer, die Mobbing erleiden, als auch auf Seiten derjenigen, die andere mobben oder dabei zuschauen bzw. unterstützen (Hawker & Boulton, 2000; Rivers, Poteat, Noret & Ashurst, 2009).

Insgesamt 35 % der Schüler_innen zwischen 12 und 18 Jahren sind entweder als Täter oder Opfer bei Mobbinghandlungen involviert (Modecki, Minchin, Harbaugh, Guerra & Runions, 2014). Aus wissenschaftlichen Studien geht darüber hinaus klar hervor, dass es sich bei Mobbing um einen Gruppenprozess handelt, in dem jeder, der anwesend ist, auch in einer bestimmten Rolle beteiligt ist und dazu beiträgt, dass Mobbing entsteht, aufrechterhalten wird oder beendet wird (Salmivalli, 1996). Um Mobbing wirksam zu bekämpfen, ist es daher sinnvoll in der gesamten Schule Maßnahmen zu setzen, die sowohl Schüler_innen, Lehrkräfte und Eltern sowie weitere in der Schule tätige Personen einbinden.

Ziel des Workshops ist es, nach einer Einführung zu Formen, Entstehungsbedingungen und Risikofaktoren von Mobbing, wirksame Strategien vorzustellen, die Mobbing vorbeugen (über die Illustration von Materialien aus deutschsprachigen Präventionsprogrammen) sowie im Anlassfall Mobbing stoppen (Demonstration und Übung von Gesprächsführungstechniken im Anlassfall).

Referenzen

Hawker, D. S., & Boulton, M. J. (2000). Twenty years’ research on peer victimization and psychosocial maladjustment: A meta-analytic review of cross-sectional studies. Journal of Child Psychology and Psychiatry, and Allied Disciplines, 41(4), 441–455.

Modecki, K. L., Minchin, J., Harbaugh, A. G., Guerra, N. G., & Runions, K. C. (2014). Bullying prevalence across contexts: A meta-analysis measuring cyber and traditional bullying. The Journal of Adolescent Health, 55(5), 602–611.

Olweus, D. (1978). Aggression in the schools: Bullies and whipping boys. Oxford: Hemisphere.

Richardson, D., & Hiu, C. F. (2016). Global data on the bullying of school-aged children. In: Ending the Torment: Tackling bullying from the schoolyard to cyberspace. New York: United Nations Special Representative of the Secretary-General on Violence against Children. Verfügbar unter: https://violenceagainstchildren.un.org/sites/violenceagainstchildren.un.org/files/documents/publications/tackling_bullying_from_schoolyard_to_cyberspace_low_res_fa.pdf

Rivers, I., Poteat, V. P., Noret, N., & Ashurst, N. (2009). Observing bullying at school: The mental health implications of witness status. School Psychology Quarterly, 24(4), 211–223.

Salmivalli, C., Lagerspetz, K., Björkqvist, K., Österman, K., & Kaukiainen, A. (1996). Bullying as a group process: Participant roles and their relations to social status within the group. Aggressive Behavior, 22(1), 1–15.